Historie

Der Charme der Geschichte prägt das Quartier

Seinen Namen „PHOENIXHOF“ bekam das Gelände erst im Jahr 1996, dennoch blickt das Quartier auf eine lange Geschichte zurück. Das Ottensener Eisenwerk wurde 1880 von den beiden Belgiern Pommeé & Nicolas gegründet, die sechs Jahre zuvor nach Deutschland gekommen waren und bei Menck & Hambrock gearbeitet hatten. Das Eisenwerk überstand den Krieg fast unbeschadet und existierte unter wechselnden Besitzern bis in die 1970er Jahre fort. 1978 erwarb die Essen KG das Gelände und begann Anfang der 1990er mit den Architekten Niels Otzen und Dirk Heubel mit einem denkmalgerechten Umbau. Die alte Fabrikhalle von 1892 (sog. „Phoenixhalle“) wurde 1997 wieder eingeweiht und zum Bauwerk des Jahres in Hamburg gewählt.

Bewegte Historie der Ottensener Eisenwerke

Der Reihe nach: Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts avancierte Ottensen zu einem Zentrum der norddeutschen Metall- und Maschinenbauindustrie. Die Ottensener Eisenwerke AG erwarben 1915 sämtliche Geschäftsanteile der Ottensener Maschinenfabrik GmbH – deren Schiffsmaschinenproduktion fand auf dem heutigen Gelände des Phoenixhofes statt. Die Maschinenfabrik stellte einen wichtigen Bestandteil der für Altona und Ottensen charakteristischen Eisen- und Metallindustrie dar.

Ursprünglich wurde das Fabrikgebäude 1902 als Produktionsstätte für Schiffsmaschinen vom damaligen Architekten F. Beyerstedt entworfen. Der Produktionsvorgang der Schiffsmaschinenfabrik machte einen hohen, dreischiffigen Hallenbau nötig. Er ermöglichte die Aufstellung und den Zusammenbau hoher Maschinen, den Einbau von zusätzlichen Arbeitsflächen (Galerien) und die Befestigung von Kranbahnen. Die Halle war zwar nach technisch-konstruktiven Gesichtspunkten errichtet worden, aus Repräsentationsgründen jedoch wurde eine historisierende Fassade vorgeblendet. Daneben befand sich das Bürogebäude.

Neben diesem Industriezweig entwickelte sich parallel die Fischverarbeitung als bedeutsamer Wirtschaftsbereich. In den früheren Räuchereigebäuden wird heute das Restaurant Atlas betrieben. Eine Nutzung, die nicht allzu weit vom Ursprung entfernt ist. Der damalige Fischverarbeiter verfügte in seiner Hochzeit über einen Komplex von fast 100 Metern Länge. Die Schornsteine, die das Areal schon von weitem erkennbar machten, waren damals unbedingte Voraussetzung für die traditionelle Fischräucherei.

1902
Produktionsstätte
für Schiffsmaschinen
1915
Ottensener
Maschinenfabrik
GmbH

Wir erhalten vorhandene Strukturen und schaffen neue Arbeits- und Denkräume.

Wolfgang Essen

1978 übernimmt PHOENIXHOF KG das Gelände

Die Ottensener Eisenwerke hatten nach den Weltkriegen eine sehr wechselvolle Entwicklung. In den 70er Jahren kaufte die Bau- und Montagegesellschaft mbH das Gelände. Im Rahmen der Neustrukturierung boten diese das Gelände der Baubetreuung Essen KG (GmbH & Co.) an, um die Schuldenlast zu verringern. Im Februar 1978 wurde das Gelände von der heutigen Phoenixhof KG übernommen. Bau und Montage blieb weiterhin Mieter und wurde nach dem Konkurs in kleinere, von den einzelnen Gesellschaftern geführten selbständigen Firmen zerschlagen: Die Firma Baumo als Spezialistin für Wärmetechnik war in der Phoenixhalle I ansässig, die Firma Böttcher & Gessner in der danebenliegenden Mittelhalle (jetzt Magistrale).

Daneben befanden sich in einer der Hallen noch eine Tischlerei, ein Abbeizbetrieb und ein Antiquitätenlager. Weitere Gewerbe mit den Schwerpunkten Salz- und Bootslager, ein Reifenhandel, Textilhersteller und Schneider sammelten sich in der Phoenixhalle II und anderen Gebäuden des Geländes. Hinzu kamen kleinere Schrauber- und Reparaturbetriebe im Magistralgebäude und das Kontorgebäude beherbergte eine Filmdokumentation.

1993 begann die Umbau- und Sanierungsphase unter Federführung der Baubetreuung Essen KG (GmbH & Co.), die im Dezember 1997 mit der offiziellen Eröffnung der Phoenixhalle I, des Restaurants Atlas sowie des vorderen Teiles der Magistrale ihren ersten Höhepunkt fand.

Übernahme durch
Phoenixhof KG
1978
Umbau - & Sanierung
unter Essen KG
(GmbH & Co)
1993
Eröffnung der Phoenixhalle I
1997